Webinar: Nach welchen Regeln werden COVID-19-Erkrankte auf welche Kliniken verteilt?

Viele Krankenhäuser haben sich in den letzten beiden Wochen auf das Worst-Case Szenario vorbereitet, dass in kurzer Zeit massenhaft Patienten mit COVID-19-Erkrankung stationär behandelt werden müssen. Inzwischen beschleunigt sich in manchen Regionen der Zustrom von Patienten. Das „DIVI-Intensivregister“ meldet, dass aktuell 1.876 COVID-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt werden (Stand 01.04.2020). Beteiligt an dem Register sind rund 80 Prozent aller deutschen Kliniken, die Intensivbetten vorhalten.

Um die erwartete Welle von COVID-19-Patienten zu bewältigen, wurden innerhalb der Kliniken viele Kommunikations- und Entscheidungs-Strukturen aufgebaut. Weniger klar ist zurzeit, nach welchen Regeln die Patienten auf welche Krankenhäuser verteilt werden. Ein abgestimmtes Vorgehen zwischen den Bundesländern gibt es nicht. So hat Berlin ein abgestuftes Notfallkonzept eingeführt, das die Behandlung von schwer Erkrankten in Kliniken mit großer Expertise vorsieht. Daneben wurden Kliniken benannt, die ausdrücklich zunächst keine COVID-19-Patienten auf Intensivstationen aufnehmen sollen. Ziel ist es, dadurch das Infektionsrisiko von Patienten und Krankenhauspersonal zu senken.

In vielen anderen Bundesländern sind alle Kliniken mit intensivmedizinischen Kapazitäten an der Versorgung von COVID-19-Patienten beteiligt. Zuständig für die regionale Verteilung sind mal die lokalen Rettungsdienste, mal Universitätsklinika, mal Personen, die von Landkreisen oder Städten benannt werden. Gänzlich fehlt derzeit eine Institution, die Patienten und eventuell auch Personal und Schutzkleidung im Bedarfsfall bundesweit verteilen könnte. Eine solche Struktur zu planen, hat die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) diese Woche gefordert. Das könnte dann plötzlich wichtig werden, wenn die Krankenhauskapazitäten einiger Regionen erschöpft sind.

Wer könnte eine solche zentrale Verteilung übernehmen? Sollten die Länder nicht nach einheitlichen Regeln die Verteilung der Patienten koordinieren? Was ist nach Meinung von Experten das bestmögliche Konzept dafür?

Mit
Prof. Dr. Reinhard Busse (Leiter des Fachgebiets Management im Gesundheitswesen, TU Berlin, und Co-Direktor des European Observatory on Health Systems and Policies)
Prof. Dr. Uwe Janssens (Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), und Chefarzt/Sektionsleiter Intensivmedizin, St.-Antonius-Hospital, Eschweiler)
Prof. Dr. Steffen Weber-Carstens (Sprecher des ARDS/ECMO Centrums, Leiternder Oberarzt Intensivmedizin und erweiterte Leitung der Klinik für Anästhesiologie mit Schwerpunkt operative Intensivmedizin, Charité – Universitätsmedizin Berlin)

Das aufgezeichnete Webinar finden Sie hier. Um es anzuschauen, müssen Sie einmal Ihre E-Mail-Adresse eingeben.

(Quelle: Science Media Center)