Sarah von KiO-Youth – Ein Appell

 Zusammenhalt.

Ich kann verstehen, dass es nervt. Ich kann verstehen, dass es für manche übertrieben wirkt. Aber ich glaube: das ist es nicht. Nicht, wenn man einen Blick nach Italien wirft. Italien ist uns ca. 8 Tage voraus. Dort müssen die Ärzte mittlerweile entscheiden, wen sie noch auf der Intensivstation behandeln und wer eh keine Chance mehr hat. Es gibt zu wenig Betten, das Personal ist mehr als ausgelastet. Katastrophale Zustände.

Für den einzelnen Gesunden ist das Coronavirus nicht so gefährlich. Deshalb mag es umso mehr nerven, wenn das öffentliche Leben so stark eingeschränkt wird. Aber ja: ich bin dafür, dass Schulen geschlossen werden, Veranstaltungen abgesagt werden und jeder möglichst zuhause bleibt. Denn für unsere Gesellschaft ist es enorm gefährlich. Wenn zu viele Menschen innerhalb zu kurzer Zeit erkranken, bricht das Versorgungssystem im Krankenhaus zusammen. Das betrifft dann nicht nur Covid19-Patienten, sondern auch alle anderen.
Deshalb ist es JETZT unendlich wichtig, die Ausbreitung zu verlangsamen. Es geht nicht um den Einzelnen, sondern darum, dass unsere Gesellschaft nicht zusammenbricht.

Und es geht darum, Menschen wie mich zu schützen. Die ältere Dame, die bei euch im Haus wohnt. Der junge Mann, der gestern vor euch in der Einkaufsschlange stand. Die Kollegin, die ab morgen zu ihrem eigenen Schutz krankgeschrieben ist. Der Mitschüler, der seit einer Woche nicht mehr in die Schule kommt.
Es gibt uns. Uns Risikopatienten. Wir sind nicht irgendwer, wir sind Oma, Opa, Mama, Papa, Bruder, Schwester, Sohn, Tochter, Freund und Freundin.

Indem alle sich einschränken, beschützt ihr uns. Haltet die Augen und Ohren offen. Fragt eure älteren Nachbarn, ob ihr für sie einkaufen könnt oder etwas in der Apotheke besorgen sollt.

Ich möchte nicht, dass man meinen Eltern irgendwann sagt: “Tut uns leid, wir können ihre Tochter nicht beatmen, da wir keine Kapazitäten mehr haben. Sie ist zu krank.”
Wenn ich erkranke, möchte ich wenigstens die Chance haben mit allen Mitteln kämpfen zu dürfen.

Ich möchte daran glauben, dass wir eine Situation wie in Italien noch verhindern können. Deshalb: Helft bitte mit. Bleibt zuhause. Soweit wie möglich.

Gepostet von KiO Youth am Mittwoch, 18. März 2020